Jugend und Medien ist mit einem wichtigen Meilenstein in den Herbst gestartet: Der Bundesrat will Minderjährige besser vor ungeeigneten Medieninhalten schützen. Er hat kürzlich den Entwurf für ein neues Gesetz über den Jugendschutz in den Bereichen Film und Videospiele verabschiedet. Minderjährige sollen vor Medieninhalten in Filmen und Videospielen geschützt werden, die ihre Entwicklung gefährden könnten. Es geht namentlich um Darstellungen von Gewalt, Sexualität und bedrohlichen Szenen. Schweizweit werden alle Kinos, Detailhändler, Online-Versandhändler und Abrufdienste zu Alterskennzeichnungen und -kontrollen verpflichtet. Zudem werden auch Anbieterinnen und Anbieter von Plattformdiensten für Videos oder Videospiele (z. B. YouTube, Twitch) in die Pflicht genommen. Damit soll insbesondere auch Eltern eine Hilfestellung geboten werden, die ihren Kindern altersangepasste Filme und Videospiele zeigen möchten. Mehr Informationen zum neuen Gesetz finden Sie auf unserer Webseite.

Ausserdem in diesem Newsletter: Online-Inhalte und andere Materialien, die dabei helfen können, mit Kindern über Rassismus zu sprechen; spannende neue Studien zum Zusammenhang zwischen Gesundheit und Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen – und ganz zum Schluss Neuigkeiten aus dem Themenschwerpunkt "Hass im Netz".  
Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen!

 


 
 

Fokus

 

Kennen Sie die UBI?

 

Das schweizerische Rundfunkrecht regelt den Jugendschutz beim Fernsehen. Minderjährige sollen nicht mit Sendungen konfrontiert werden, die ihre Entwicklung gefährden. Entsprechende Ausstrahlungen sind daher zu kennzeichnen. Damit wird für Eltern und andere Bezugspersonen ersichtlich, für welche Altersklassen sich eine Sendung eignet. Wer der Meinung ist, ein Sender missachte den Jugendschutz, kann sich wehren. Beanstandungen sind bei der Ombudsstelle einzureichen, die zwischen den Beteiligten vermittelt. Danach kann Beschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI geführt werden. Die UBI ist eine gerichtsähnliche Instanz des Bundes, die im Rahmen von öffentlichen Beratungen über Beschwerden gegen Inhalte elektronischer Medien entscheidet. Die Verfahren vor der Ombudsstelle und der UBI sind kostenlos.

 
 

Aktuelle Projekte und Angebote

 

Datenschutz-Tipps für Eltern

 

Nicht nur für Jugend und Medien ist das Thema "Datenschutz" zentral. Der Datenschutz-Flyer für Eltern von klicksafe.de erschien im Juli bereits in seiner 16. Auflage! Er wurde überarbeitet und enthält wichtige Tipps zu digitalen Datenspuren, Pseudonymen und der Frage, was man tun kann, wenn man von einem Datenmissbrauch erfährt. Klicksafe.de stellt diesen Flyer sowie weitere Materialien zum Thema – beispielsweise eine praktische Checkliste für Familien – kostenlos zur Verfügung.

 
 


 
 

Aktuelle Projekte und Angebote

 

Die Schweiz updaten

 

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ gibt Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Ideen zur Digitalisierung in der Schweiz einzubringen. Junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren können innovative Konzepte im Bereich der Digitalisierung einreichen. Die besten Projekte werden anschliessend von Nationalrät*innen der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit im Bundeshaus vorgestellt.

 
 

Aktuelle Projekte und Angebote

 

Mit Kindern über Rassismus sprechen

 

In den vergangenen Monaten war die Black Lives Matter-Bewegung ein grosses Thema in den Nachrichten. Aber wie kann man mit Kindern im Schulalter über Rassismus sprechen? Auf der Klick-Tipps-Webseite gibt es eine Sammlung von Hilfsmitteln dazu. Was heisst eigentlich "Rassismus"? Was bedeutet "Black Lives Matter"? Welche Begriffe sind im Zusammenhang mit der Hautfarbe von Menschen in Ordnung? Auf diese und viele weitere Fragen lassen sich hier altersgerechte Antworten finden. Auf unserer Webseite gibt es die Rubrik "Diskriminierung & Hass im Netz", die sich mit der Thematik beschäftigt.

 
 

Neues aus Forschung und Politik

 

Adele+ 2020: Studie über den Medienumgang von Kindern im Vorschulalter

 

Wie nutzen Kinder zwischen 4 und 6 Jahren in der Schweiz digitale Medien? Und: hat die Mediennutzung negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit? Diesen Fragen geht die Studie Adele+ 2020 nach, die im Auftrag des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) im Rahmen des Nationalen Gesundheitsberichts 2020 von der ZHAW erstellt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Intensität der Mediennutzung nicht mit dem psychischen und körperlichen Wohlbefinden zusammenhängt.

 
 


 
 

Neues aus Forschung und Politik

 

HBSC-Studie 2020

 

Eine von Sucht Schweiz durchgeführte nationale Umfrage zum Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern in der Schweiz (Health Behaviour in School-aged Children, HBSC) veranschaulicht die Verbreitung des Internets und anderer digitaler Hilfsmittel im Alltag von Jugendlichen. Gemäss der Studie weisen nur 4% der Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren eine problematische Nutzung sozialer Netzwerke auf. Hier finden Sie den vollständigen Bericht auf Französisch (mit Zusammenfassung auf Deutsch).

 
 

Neues aus Forschung und Politik

 

Wie sich Kinder in Social Media präsentieren

 

Kinder unter 13 Jahren dürften laut den AGB der meisten Social Media-Plattformen gar keine Profile in den Netzwerken haben. Trotzdem nutzen viele Kinder Dienste wie TikTok oder auch WhatsApp, ob mit oder ohne Einverständnis ihrer Eltern. Ein neuer Bericht von jugendschutz.net beschäftigt sich mit diesem Thema und stellt fest, dass ein Grossteil der von Kindern veröffentlichten Inhalte harmlos ist. Dennoch ist die Tatsache, dass Kinder ohne Begleitung von Erwachsenen auf diesen Plattformen unterwegs sind, ein Problem, unter anderem weil die Anleitungen zum Schutz der Privatsphäre für Kinder nicht verständlich formuliert sind.

 
 

Neues aus Forschung und Politik

 

Social Media werden wichtiger für die Meinungsbildung

 

Die sozialen Netzwerke und Onlinemedien gewinnen in der Schweiz an Einfluss auf die Meinungsbildung. Dies zeigen die Ergebnisse der Medienmonitor Schweiz-Studie für das Jahr 2019, welche vom BAKOM publiziert wurde. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren haben die Social Media 34% der Meinungsmacht. Diese Zahl ist sogar noch höher in der Romandie, wo soziale Medien in dieser Altersgruppe fast die Hälfte (45%) der Meinungsmacht auf sich vereinen.

 
 


 
 

Veranstaltung

 

EU Code Week 2020

 
10. - 25. Oktober 2020

Die EU Code Week ist eine Initiative, die darauf abzielt, allen auf unterhaltsame Weise Programmieren und digitale Kompetenz zu vermitteln. Nehmen Sie an der Code Week teil, indem Sie eine Aktivität in Ihrer Umgebung organisieren, an der Code Week 4 All Challenge teilnehmen oder sich an grenzüberschreitenden Aktivitäten beteiligen. Hier erfahren Sie mehr über die Projekte, die in der Schweiz stattfinden.
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Veranstaltung

 

educa: Fachtagung Digitalisierung und Bildung

 
5. November 2020, Bern

Seit Mitte März diktiert COVID-19 grosse Teile unseres Alltags. Ganze Branchen bangen um ihre Existenz. Politik und Medien haben ihre Agenden längst der Pandemie angepasst. Mittendrin in dieser Gesellschaftskrise: die Bildung. Wo stehen wir nach der blitzartigen Umstellung auf Fernunterricht im Frühling, dem schwierigen Gang durch die Prüfungen im Frühsommer, dem Start ins neue Schuljahr unter völlig neuen Vorzeichen? Die Fachtagung Digitalisierung und Bildung von educa.ch bietet Raum und Zeit für erste Antworten und einen Zwischenstand.
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Veranstaltung

 

"Super - die zweite Schöpfung" im Museum für Kommunikation

 
6. November 2020 - 11. Juli 2021, Museum für Kommunikation, Bern

Biotechnologie, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung verschaffen uns heute nie dagewesene Möglichkeiten der Selbstoptimierung und Neuerfindungen. Das Tempo dieser Entwicklungen ist beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Diese dynamischen Technologien treffen auf eine Gesellschaft, die in grossen Teilen nur bruchstückhaft über die modernen Werkzeuge informiert ist. Mit einem neuen Vermittlungsformat und tollen Angeboten für Schulen lanciert das Museum eine emotionale Auseinandersetzung mit dem Thema.
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Veranstaltung

 

Purzelbaum-Tagung 2020: "Bewegte Medien - Medien in Bewegung"

 
4. November 2020: Hauptreferat digital live7. November 2020: Workshops in Zürich

Die diesjährige Purzelbaum-Tagung steht ganz im Zeichen der digitalen Medien, ihrer sinnvollen Nutzung und ihrer Bedeutung für Kinder bis zum Primarschulalter. Sabine Eder, Erziehungswissenschaftlerin und Medienpädagogin, wird im Hauptreferat am 4. November eine Einführung in das Thema der Digitalisierung liefern und über die Anwendung digitaler Medien zur Bewegungs- und Gesundheitsförderung sprechen. Am 7. November finden dann in Zürich 20 Workshops statt.
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Veranstaltung

 

Semaine des médias: "Ein Leben ohne Medien?"

 
16. - 20. November 2020

Die zum 17. Mal stattfindende Semaine des médias befasst sich mit den Ereignissen des Jahres 2020. Die COVID-19-Pandemie hat einerseits zu einem explosionsartigen Anstieg der Mediennutzung geführt und aufgezeigt, wie wichtig der Zugang zu guten Informationen ist. Andererseits wurden viele Medienunternehmen durch den Einbruch der Werbeeinnahmen geschwächt. Damit stellt sich die Frage: "Was bringt die Zukunft?" In der Semaine des médias werden den Westschweizer Schulen über 40 Aktivitäten rund um das Thema "Ein Leben ohne Medien?" angeboten. Lehrkräfte sowie Bibliothekar*innen können die zahlreichen angebotenen Leistungen über ein Online-Formular beantragen.
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News aus dem BSV

 

Netzwerk Medienkompetenz Schweiz - Treffen für Expert*innen

 

Am Dienstagnachmittag, 24. November 2020, findet in Bern das dritte Treffen des "Netzwerk Medienkompetenz Schweiz" der nationale Plattform Jugend und Medien statt. Diese Veranstaltung ist eine Gelegenheit zur Information, zum Austausch und zur Vernetzung von Expert*innen, die im Bereich der Förderung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen arbeiten. Expert*innen, die an einer Teilnahme interessiert sind, aber keine Einladung per Mail erhalten haben, können uns unter jugendschutz@bsv.admin.ch kontaktieren.

 
 

News aus dem BSV

 

Kick-Off Schwerpunkt "Hass im Netz"

 

Am 25. August fand in Bern der Kick-Off für den Schwerpunkt «Hass im Netz» statt. Jugend und Medien hat diesen Anlass gemeinsam mit der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) organisiert, welche in den kommenden vier Jahren schwerpunktmässig Projekte zum Thema Rassismus im Netz unterstützen wird. Am Kick-Off wurde unter anderem ein Bericht von Lea Stahel (Universität Zürich) vorgestellt, den sie im Auftrag der FRB verfasst hat: "Status Quo und Massnahmen zu rassistischer Hassrede im Internet: Übersicht und Empfehlungen". Jugend und Medien hat den Anlass genutzt, um das zweite Fokusthema neben Online-Rassismus im Rahmen des Schwerpunktes "Hass im Netz" vorzustellen: Sexismus und LGBTIQ*-Feindlichkeit im Internet. Welche Massnahmen zu diesem Fokusthema umgesetzt werden, wird in den kommenden Monaten kommuniziert.

 
 
 
 

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